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Job- und Ausbildungsmesse 2026 am 21.03.2026 in Nellingen
Handwerk ist im Kommen
: Ausbildungesmesse in Nellingen zieht viele Besucher an
Die gemeinsame Ausbildungsmesse der Gemeinden Nellingen und Merklingen hat am Samstag viele junge Menschen und Unternehmer in der Sporthalle in Nellingen zusammengebracht.
Von Brigitte Scheiffele
„Mama, die zahlen mir sogar den Führerschein“, sagt ein Schüler am Stand des Landratsamtes Ulm. Er interessiert sich unter anderem für den Straßenbau. Nun, für die erstmal schweigenden Eltern ist der Führerschein nicht unbedingt ein Kriterium für die Berufswahl, aber noch ist ihr Sohn in der neunten Klasse am Gymnasium. Dessen gesammelte Informationen füllen neben Zollstock, Gummibärle und Sticks jedenfalls einige Jutetaschen.
Über die rege Beteiligung bei der zweiten Job- und Ausbildungsmesse der Gemeinden Merklingen und Nellingen freuten sich ein stolzer Nellinger Bürgermeister Christoph Jung sowie der glückliche Vorsitzende der dortigen Wirtschaftsvereinigung, Herbert Bühler. Silke Allgöwer habe mit ihrer Organisation eine „weltmeisterliche Leistung“ vollbracht. Merklingens Bürgermeister Sven Kneipp betonte das funktionierende Kleinzentrum der beiden Nachbargemeinden; nach der vorherigen Messe in Merklingen ging es dieses Mal nach Nellingen: „Schnappt sie euch und informiert die Azubis“, sagte er in Richtung der Unternehmer zu Messebeginn.
Im Gespräch mit Azubis
19 unterschiedliche Ausbildungsmöglichkeiten bietet allein der Alb-Donau-Kreis von der Verwaltung bis zur Straßenmeisterei. Unter 1100 Mitarbeitern befinden sich aktuell 60 Auszubildende, davon vier präsente Mitarbeiter am Stand, die sich gemäß der Kneipp’schen Motivation redlich um die Jungen bemühten.
Auch die Vertreter des Familienunternehmens Sonnentag Transport GmbH freute sich über eine Reihe von Interessenten am Stand: „Die Jungen haben Interesse, aber man muss sie sich ranholen, um ihnen die Möglichkeiten zu zeigen“, berichten die Brüder Philipp und Fabio Sonnentag, die jetzt die Geschäftsführung übernommen haben. Eine neue Mitarbeiterin haben sie durch die letzte Ausbildungsmesse in Merklingen gewonnen.
Als „Renner“ bezeichneten ein paar Jungs die Firma KT-Technik und interessieren sich für den Beruf als Landmaschinen-Mechaniker. Darunter Tim Eisele aus Heroldstatt; der 14-Jährige ist auf der Realschule. „Breit gefächerte top-Ausbildung“, warb Geschäftsführer Marcel Thierer. „Die Ausbildung wird als Sprung in die Welt“ gesehen, denn das sind dann mal echte Praktiker die sich in allem auskennen“, betonte er.
Zimmermann liebt, „etwas Bleibendes zu schaffen“
Zimmermann Markus Windmüller wirbt seit Jahren mit seinem Beruf: „Es ist das Schönste, was Bleibendes zu schaffen und es jeden Abend zu wissen, wenn man heimkommt.“ Er ist mit seinem Unternehmen an den Rand von Nellingen gezogen, nachdem sich die Söhne für dieses Handwerk entschieden haben. Jetzt sind aus früheren 600 Quadratmetern Produktions- und Lagerfläche ganze 2000 Quadratmeter entstanden. 14 Mitarbeiter hat er und jedes Jahr ein bis zwei Auszubildende, denn „Handwerk zieht wieder an“, sagt er. Vom Einfamilienhaus bis zum Industriegebäude können sie Teile im Unternehmen vorfertigen. Für Kunden leichter bei einem Umbau.
Zuwachs im Handwerk spürt auch Valentin Herzog vom gleichnamigen Unternehmen Herzog: Heizung und Sanitär. Er ist hochzufrieden, bekam auch über die letzte Ausbildungsmesse einen neuen Mitarbeiter: „Es ist kein Vergleich zu früheren Zeiten. Wir arbeiten mit guter Software, gerade im Heizungsbereich und auch die KI spielt eine große Rolle. Es gibt viel mehr Technik.“
Ob bei mrm2 Automatisierungstechnik oder bei Haustechnik Notz, bei Firma Prinzing Maschinenbau in Urspring und bei Schaufler Tooling GmbH – Mechaniker, Mechatroniker, Anlagenmechaniker, Sanitär-, Heizungs- und Klimatechnik oder auch Elektroniker werden überall gebraucht.
„Die Hauptsache – nicht ins Büro“, sagt dazu der 14-jährige Firas mit seinem gleichaltrigen Schulkollegen Marius und dem Jahr älteren Ricardo am Stand der Firma Schuma Maschinenbau. Die drei besuchen die Realschule Deggingen in der achten und neunten Klasse.
Schüler kommen aus der ganzen Region, auch aus Geislingen und Deggingen
Estrichleger sucht die Firma Scheiffele, die Firma Hinz bildet Schreiner für ihre Möbelschreinerei und den Innenausbau aus, die Firma Fink Duo „Schreiner, Fensterbauer und Quereinsteiger“, wie Florian Fink berichtet. Bei der Firma Grüner sind Industriemechaniker ebenfalls gefragt, ausgebildet wird aber nicht nur im technischen, sondern auch im kaufmännischen Bereich. Ein Automobilzulieferer mit sehr gut gefüllten Auftragsbüchern für die nächsten Jahre, wie es am Stand heißt. Aus Türkheim kommt Noah Greeß, aus Aufhausen ist Linus Maier, beide besuchen die neunte Klasse im Helfenstein-Gymnasium in Geislingen und sind vom Angebot und der Vielzahl der Möglichkeiten begeistert. Später werden sie noch einiges mit den Eltern diskutieren müssen. Schule abbrechen und eine Lehre machen? Das will überlegt sein.
Ein weiterer Interessent macht erste Kraftübungen am Stand der Firma Allgöwer Fliesen – ein Familienunternehmen mit Steffen und Sabine, die mit Sohn Dennis Allgöwer Auszubildende suchen: Hand anlegen und konkret vorführen lassen, um was es geht, wirkt nicht nur im Fliesenhandwerk, sondern auch beim Steinmetz. Andreas Baumann zeigt sein Handwerk im Außenbereich und macht Interessierte „heiß“ auf die Technik. Neben ihm befindet sich das Bauunternehmen Gnann, das Maurer, Beton- und Stahlbetonbauer sucht und ebenfalls Möglichkeiten bietet, mal auf dem Bagger zu probieren, was geht.
Lustig wird es, wenn Simon Weber, stellvertretender Leiter der Autobahnmeisterei Dornstadt erzählt, was man so findet auf Deutschlands Autobahnen. Zum Beispiel einen Sargdeckel, Reifen, Handys oder Führerscheine. Kollege Platon Tormozov, gerade fertiger Geselle, fand erst kürzlich einen fünfzig-Euro-Schein. Ausbildungsmöglichkeiten gibt es bei der Autobahn, die für 13.000 Kilometer Strecke verantwortlich ist. „Aber man nimmt uns meistens nur bei Stau wahr. Obwohl wir den oft selbst produzieren, um arbeiten zu können“, sagt Weber. Und entgegen aller Vermutungen: „Wir gehen nicht auf die Piste bei Ferienstart oder – ende.“


























