AndreaskircheRathausSporthalle
5 Impressum 7 Hilfe 8 Inhalt
9 Urheberrecht und Datenschutz Start

Liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger,

der Nellinger Gemeinderat hat sich in seiner öffentlichen Sitzung vom 23.11.2009 sehr ausführlich mit der Zukunft unserer Schule befasst.

Ausgangspunkt hierbei war, dass der Landtag von Baden-Württemberg am 30.07.2009 das Schulgesetz geändert und damit die schulgesetzliche Einführung der Werkrealschule in neuer Form beschlossen hat.

Basis hierfür ist die Zweizügigkeit. Dies setzt auch eine stabile Schülerzahl von mindestens 180 Schülern voraus, die sich nach der Gesetzesbegründung sowie den Vorgaben der Kultusverwaltung am jeweiligen Klassenteiler nach dem Organisationserlass richtet.

Der Klassenteiler beträgt derzeit 32 Schüler und soll mit einer jährlichen Reduzierung um einen Schüler auf dann noch 28 Schüler gesenkt werden.

Unsere Hauptschule erfüllt derzeit diese Anforderungen bezüglich der Schülerzahlen nicht. Auch aufgrund der Entwicklung der Schülerzahlen in den kommenden Jahren ist davon auszugehen, dass diese Mindestzahl nicht erreicht werden kann.

Derzeit besuchen 69 Schüler die Hauptschule Nellingen inklusive Außenstelle Machtolsheim. Hierbei sind die Schüler aus Merklingen mit eingerechnet.

Der Gemeinderat hat sich deshalb innerhalb kurzer Zeit mehrmals mit dem Sachverhalt sehr intensiv befasst. Vorgespräche haben sowohl zwischen den Bürgermeistern der Gemeinden Dornstadt, Merklingen und Nellingen als auch zwischen den Gemeinden Heroldstatt, Berghülen, Westerheim und Nellingen sowie Amstetten stattgefunden.

Eingebunden hierbei waren die Vertreter des Staatlichen Schulamtes und die jeweiligen Schulleiter.

Darüber hinaus wurden die Eltern über die neue Situation unterrichtet. Mit nahezu 60 Eltern und Schülern hat man die Bühlschule in Dornstadt besucht, um sich vor Ort über das Angebot zu informieren.

Was bringt nun die neue Werkrealschule?

Mit der Einführung der Werkrealschule zum Schuljahr 2010/2011 soll das vorhandene Bildungsangebot zukunftsorientiert erweitert werden. Für unsere Jugend sollen damit noch bessere Chancen und Möglichkeiten geschaffen werden, sich dank einer umfassenderen und stärker beruflich orientierten schulischen Bildung erfolgreich auf Leben und Beruf vorbereiten zu können.

Pädagogisches Leitprinzip der Werkrealschule ist die durchgängige individuelle Förderung der Schülerinnen und Schüler, eine intensivierte berufsfähige Planung in allen Klassenstufen, eine stärkere berufsbezogene Orientierung durch die Einführung von Wahlpflichtfächern in den Klassen 8 sowie die enge Kooperation mit den Berufsfachschulen im Unterricht der Klasse 10.

Diese Verbindung von individueller Förderung mit einer konsequenten Stärkung der Ausbildungsreife eröffnet einen attraktiven, weiteren Bildungsgang zur Mittleren Reife.

Man muss bedenken, dass nur noch 30 % der Schüler eines Jahrganges auf die Hauptschule wechseln. Da zudem die Schulempfehlungen in Richtung Werkrealschule/Hauptschule gehen, wäre somit ein „Ausbluten“ der Bildungseinrichtung vorprogrammiert.

Mit der Kooperation der Gemeinden Dornstadt, Nellingen und Merklingen ist vorgesehen, die Schüler aus Nellingen und Merklingen in den Klassenstufen 5 – 7 in Nellingen zu unterrichten.

Die Schüler aus Dornstadt – Scharenstetten und aus Dornstadt – Temmenhausen können in den Klassenstufen 5 – 7 ebenfalls in Nellingen unterrichtet werden.

Ab der Klasse 8 soll dann der Unterricht in Dornstadt erfolgen, eine Durchgängigkeit der Schule bis zum mittleren Bildungsabschluss ist somit gegeben.

Werte Mitbürgerinnen und Mitbürger, liebe Eltern,

die Landesregierung hat uns zur Umsetzung der neuen Konzeption einen engen Zeitrahmen vorgegeben. Wir als Schulträger müssen bereits bis zum 01.12.2009 beim Staatlichen Schulamt den Antrag auf Einrichtung einer Werkrealschule stellen. Die Vorlage beim Regierungspräsidium Tübingen hat dann bis zum 15.12.2009 zu erfolgen. Die Entscheidung über den Antrag wird von der Landesregierung dann bis zum 31.01.2010 getroffen werden.

Fakt ist, dass kleine, einzügige Hauptschulen, wie wir sie in Nellingen haben, im Baden-Württembergischen Schulsystem künftig kaum noch Überlebenschancen haben.

Die Gemeinde hat rechtzeitig ihre Fühler in alle Richtungen ausgestreckt, um einen Kooperationspartner für eine Werkrealschule zu finden. Die zunächst vorgesehen Lösung, mit den anderen Gemeinden im Verwaltungsverband der Laichinger Alb ist deshalb nicht zum Tragen gekommen, weil nach der Bestätigung des Schulamtes, 4 Standorte mit Nellingen, Heroldstatt, Westerheim und Berghülen für ein Kooperationsmodell nicht möglich sind, eine Gemeinde wäre deshalb „hinten runter gefallen“.

Es wurden auch Verhandlungen mit Amstetten geführt. Hier war der Wunsch der beteiligten Gemeinden von Amstetten und Lonsee lediglich eine Zweierlösung zu bilden.

Übrig geblieben ist deshalb das Kooperationsmodell mit der Dornstadter Bühlschule. Das von der Dornstadter Schule angebotene Konzept ist überzeugend. So wird dort die Ganztagesbetreuung angeboten, der Mittagstisch, vielfältige Angebote wie die Hausaufgabenbetreuung kommen hinzu, ein Hallenbad sowie 2 Sporthallen runden das Bild ab.

Wir sollen deshalb die neue Ausrichtung unserer Schule als Chance verstehen, unseren jungen Menschen in Nellingen und Dornstadt einen mittleren Bildungsabschluss in der Werkrealschule anbieten zu können. Darüber hinaus ist zu sehen, dass grundsätzlich der Elternwille im Vordergrund steht. Unsere Nachbarstädte und Gemeinden wie Laichingen, der Gemeindeverwaltungsverband Laichinger Alb, oder die Stadt Geislingen haben beschlossen, die Schulbezirksgrenzen aufzugeben. Dadurch haben die Eltern eine Wahlfreiheit, wohin sie ihre Kinder zur Schule bringen wollen.

Ein weiterer Vorteil ist, dass nach Dornstadt mit der Buslinie 49 bereits vorhandene Verkehrsverbindungen seit Jahren existieren. Wir haben in den nächsten Tagen mit den Vertretern der Omnibuslinien, sowie dem Landkreis und den übrigen beteiligten Bürgermeistern eine gemeinsame Besprechung, um die Busanbindungen zu verbessern, dies schließt eine bessere Anbindemöglichkeit für die Gemeinde Merklingen mit ein.

Gleichzeitig geht es aber auch darum, das Unterrichtsangebot unserer zukünftigen Außenstelle in Nellingen zu verbessern. Dies kann in Richtung Ganztagesbetreuung, Mittagstisch sowie ergänzende Unterrichtsangebote gehen.

Voraussetzung hierfür ist, dass wir die erforderlichen Zuschüsse zur energetischen Sanierung, Umbau und Erweiterung unserer Schule vom Regierungspräsidium erhalten.

Auch unser Rektor, Herr Fauser, hat sich ebenfalls für diese Kooperation mit Dornstadt eingesetzt. Die Elternvertreter bitten jedoch, zusätzlich die Themen Schülerbeförderung und Hallenbenutzung noch abzuklären.

Der Gemeinderat sowie ein Arbeitskreis aus dem Gemeinderat haben sich im Vorfeld intensiv bemüht, für unsere Nellinger Schule eine gute Zukunftslösung zu erreichen.
Über 60 Eltern und Schüler waren bei einer Schulbesichtigung in Dornstadt, um sich vor Ort über die Schulmöglichkeiten zu informieren.

Ich möchte deshalb allen Beteiligten für ihren engagierten Einsatz danken, verbunden mit dem Wunsch, dass dieses ortsnahe, neue Schulsystem, verbunden mit einem mittleren Bildungsabschluss, bei unseren Eltern und Schülern auf große Resonanz stößt.

Immerhin können dann die Schüler von den Klassen 5 – 7 in Nellingen bleiben und in dieser Zeit zumindest müssen unsere Kinder keine größeren Entfernungen zurücklegen.

Der weitere Besuch in Dornstadt dürfte interessant sein, zumal die bereits ausgebauten Schulstrukturen mit Ganztagesbetreuung, Mittagstisch, Caféteria, Mensa, ergänzende Unterrichtsangebote und Hausaufgabenbetreuung vorbildlich sind.

Bürgermeister, Schulleitung, Elternvertreter sowie der Gemeinderat halten deshalb den eingeschlagenen Weg der Kooperation für richtig. Bis zur Umsetzung der Konzeption müssen allerdings noch weitere wichtige Aufgaben erledigt werden.

Dies betrifft neben den schulischen Angeboten, die Einrichtung eines Ganztagesbetriebes in der Außenstelle Nellingen, die Verpflegung, weitere wichtige Aufgaben im Zusammenhang mit der Schülerbeförderung kommen hinzu.

Diesen Themen werden wir uns in den nächsten Wochen und Monaten intensiv stellen.

Mit freundlichen Grüßen
Ihr

Franko Kopp
Bürgermeister

Suche

Nächste Veranstaltungen

Veranstaltung melden