Bericht über die Gemeinderatssitzung am 08. März 2010

Neue Pumpen fürs Abwasser

Die Gemeinde Nellingen besitzt keine eigene Kläranlage, sondern lässt seit über zehn Jahren ihr Abwasser in der Sammelkläranlage in Lonsee-Halzhausen reinigen. Hierfür wird das Abwasser im Pumpwerk an der Amstetter Straße gesammelt und schubweise nach Oppingen befördert. Von dort aus fließt es auf natürlichem Gefälle in Richtung Lonsee. Doch die seit 1998 in Betrieb befindlichen Pumpen sind inzwischen in die Jahre gekommen und müssen ständig repariert werden.
Der Gemeinderat hat in seiner Sitzung am Montagabend beschlossen, die vorhandene Anlage zu demontieren und ein neues Doppelpumpwerk mit jeweils zwei nacheinander geschalteten Pumpen installieren zu lassen. Die Details erläuterte der zuständige Planer Karl Müller vom Ulmer Ingenieurbüro Wassermüller. Demnach habe man das Augenmerk auf einen größeren Durchfluss gelegt, was aber zu Lasten der Förderhöhe gehe. Da eine Pumpe das Abwasser nur etwa 30 Meter hoch befördern könne und der Teilort Oppingen 50 Meter oberhalb von Nellingen liegt, müsse man jeweils zwei Pumpen nacheinander schalten, führte Müller aus.
Im Zuge des jetzigen Umbaus wurde an der drei Kilometer langen Leitung nach Oppingen eine Druckstoßberechnung durchgeführt. Diese ergab, dass an vier Schächten Be- und Entlüftungsventile eingebaut werden müssen. Damit soll dem Unterdruck entgegengewirkt werden, der nach dem Ausschalten der Pumpen in der Leitung entsteht. Durch die Ventile würden keine Geruchs- oder Lärmbelästigungen entstehen, zerstreute Karl Müller Befürchtungen aus dem Gemeinderat.
Mit den neuen Pumpen muss auch die elektrische Installation angepasst werden. Der Gemeinderat vergab den Auftrag hierfür an die Nellinger Firma Hirschle.
Bislang haben Sand und Geröllmaterial, das im Abwasser mitgeführt wird, immer wieder zu Problemen geführt. Diese sollen nun behoben werden, indem im Zulauf ein Rückhalteschacht eingebaut wird. Den Schacht liefert eine Spezialfirma für rund 25 000 Euro. Für die dafür notwendigen Erdarbeiten soll auf Anregung von Ratsmitglied Herbert Bühler eine beschränkte Ausschreibung unter den örtlichen Baufirmen durchgeführt werden. Dies kommt Planer Müller entgegen, da er die Umbaumaßnahmen noch im April angehen will – während einer „drei- bis viertägigen Schönwetterperiode“. Weil bei den Arbeiten die Druckleitung außer Betrieb ist, müsse alles sehr schnell gehen – „und da ist mir eine Firma vor Ort sehr lieb“, sagte der Ingenieur.
Unterm Strich rechnet Planer Karl Müller mit Gesamtkosten von 163 000 Euro. Darin enthalten ist auch die Reinigung der Leitung mit dem sogenannten Hochspülverfahren. Der Löwenanteil an den Kosten machen die vier neuen Pumpen aus. Das Gremium beschloss, den Auftrag an die Nellinger Firma KG zum Angebotspreis von 71 374 Euro zu vergeben.
Bürgermeister Franko Kopp sprach von einer „sinnvollen Zukunftsinvestition“ und lobte den vor zehn Jahren erfolgten Zusammenschluss der Gemeinden Amstetten, Lonsee und Nellingen zum Abwasserzweckverband Oberers Lonetal als „sehr gute Entscheidung“.

Mit freundlicher Genehmigung des Redakteurs der Südwest Presse, Herrn Ralf Heisele veröffentlicht

Landessanierungsprogramm „Ortsmitte“

„ Der Erweiterung des Sanierungsgebietes „Ortsmitte“ um die in der Satzung zur 3. Änderung der Satzung über die förmliche Festlegung des Sanierungsgebietes vom 16.03.2009 genannten Flächen stimmt das Regierungspräsidium Tübingen mit Schreiben vom 02.03.2010 zu.“ Dies konnte Bürgermeister Kopp in der jüngsten Sitzung des Gemeinderats vermelden. „Bislang konnten hier 900.000 Euro an Fördermitteln abgerufen werden, weitere Mittel sind beantragt.“, so Kopp.

In diesem Zusammenhang stimmte der Gemeinderat dem Abriss der Gebäude Merklinger Straße 2 (Wohnhaus und Scheuer) zu. „Nach langjährigen Verhandlungen konnte die Gemeinde nun die Grundstücke Aicher Str. 26, Merklinger Str. 2 und Flst.-Nr. 4 mit insgesamt 1.624 qm erwerben. Hierbei handelt es sich um zwei ehemalige landwirtschaftliche Hofstellen mit abgewirtschafteter Bausubstanz, deren Instandsetzung wirtschaftlich nicht mehr zu vertreten ist. Nach dem Maßnahmenplan des Landessanierungsprogrammes ist der Abbruch dieser Gebäude vorgesehen.“, so Bürgermeister Kopp. Er erklärte weiter, dass für die Gebäude Merklinger Str. 2 dringender Handlungsbedarf wegen der Sichtbehinderung für den fließenden Verkehr gegeben ist und man den Abbruch nun in die Wege leiten wolle; der Abriss des zweiten Gebäudes sei wegen des bestehenden Nutzungsrechtes im Jahre 2011/2012 vorgesehen. Mit der Fertigung des Baugesuches für den Abriss sowie den vorbereitenden Arbeiten für eine Ausschreibung der Bauarbeiten wurde das Planungsbüro Innoplan einstimmig beauftragt.

Baugesuche

Den Baugesuchen

• Teilabbruch Werkstatt, Steingertweg 4, Flst.-Nr. 106, 89191 Nellingen

• Anbau einer Doppelgarage, Fuchsenweg 4, Flst.-Nr. 5480, 89191 Nellingen mit einer geringfügigen Überschreitung der Baugrenze auf der Ostseite gegenüber den Festsetzungen des Qualifizierten Bebauungsplanes

• Neubau von zwei Einfamilienhäusern auf dem Grundstück Steingertweg 4 / Aufhauser Straße, Flst.-Nr. 106, 89191 Nellingen

stimmte der Gemeinderat einstimmig zu.

Tiefbau- und Straßenbaumaßnahmen in Nellingen

Zur Berichterstattung im Gemeinderat eingeladen, erklärte Ingenieur Müller vom Ingenieurbüro Wassermüller aus Ulm, dass in der im Herbst fertig gestellten Aicher Straße erste Mängel aufgetreten sind. „Auf eine Länge von 15 Metern ist die Straße aufgerissen, die Gründe sind noch nicht bekannt. Die Risse wurden notdürftig vergossen. Der Schaden ist seitens der ausführenden Fachfirma im Rahmen der Gewährleistung zu beheben.“, so Müller. Er fügte an: „Sobald es die Witterung zulässt, werden Kernbohrungen vorgenommen, um der Sache auf den Grund zu gehen.“

Zur Fertigstellung der Platzgestaltungsarbeiten in der Ortsmitte führte Ingenieur Müller aus: „Die Bauarbeiten gehen bei entsprechender Witterung weiter, eine Fertigstellung kann dann binnen sechs Wochen erfolgen.“ Bürgermeister Kopp wies in diesem Zusammenhang darauf hin, dass es vorgesehen sei, die neu gestaltete Ortsmitte zusammen mit dem Anbau des Kindergartens für die Kleinkindbetreuung am 18.07.2010 der Bürgerschaft offiziell zu übergeben.

Zum Thema „Rückstauprobleme in der Römerstraße“ erörterte Ingenieur Müller dem Gemeinderat eine Lösung, die sich auch schon in anderen Gemeinden bewährt hat. „Um bei besonderen Regenwasserereignissen, dem im Schacht ankommenden Wasser die Wucht zu nehmen, gibt es die Möglichkeit, hier ein Umlenkblech einzubauen.“ Der Gemeinderat stimmte daraufhin der Auftragsvergabe für die Lieferung und den Einbau des Umlenkbleches an die Fa. KG Nellingen zum Preis von rund 1.820 Euro zu.

Bzgl. des Straßenzustandes in Nellingen nach dem Winter konnte Walter Wittlinger, der Leiter des Nellinger Bauhofes, Positives vermelden. Während man im letzten Jahr mit den Schlaglöchern nach dem Winter einige Probleme hatte, konnte man in diesem Jahr die bestehenden kleinen Schäden bereits beheben. „Zudem werden wir noch eine Rissevergießung im Bereich Mühlstraße/Anschlussstellen Braunenweg und Schimmelweg durchführen, ansonsten sind die Gemeindestraßen in einem guten Zustand.“, so Wittlinger. In diesem Zusammenhang wies Bürgermeister Kopp darauf hin, dass es durchaus sinnvoll war, dort wo nötig, ganze Abschnitte zu sanieren. „Hier hat man vorausschauend gehandelt, eine ständige, punktuelle Behebung der Schäden hätte auf Dauer höhere Kosten verursacht.“, erklärte Kopp.

Bericht über die Oppinger Ortschaftsratssitzung vom 04.03.2010

Ortsvorsteher Hagmeyer berichtete dem Gremium, dass man in der letzten Ortschaftsratssitzung verschiedene Punkte behandelt habe. Unter dem Tagesordnungspunkt „Bekanntgaben“ habe er darauf hingewiesen, dass der AC Helfenstein künftig nicht mehr Ansprechpartner für die ADAC-Rallye Baden-Württemberg sei. Zudem habe man den Haushaltspan 2010 mit dem Schwerpunkt „Maßnahmen in Oppingen“ vorberaten und beschlossen, dass der Ortschaftsrat in den kommenden Wochen eine Besichtigung der Oppinger Wald- und Feldwege vornehmen wird, um hier notwendige Maßnahmen festzustellen. Zum Tagesordnungspunkt „Entwicklungsprogramm Ländlicher Raum“ erklärte Hagmeyer: „Ich bedauere es sehr, dass sich bislang nur ein paar wenige Mitbürger gemeldet haben, die hier mitmachen wollen, aber ich werde nach wie vor dafür werben und hoffe auf weitere Interessenten, die diese einmalige Chance wahrnehmen.“ Er gab weiter bekannt, an Terminen stehe am 10.04.2010 der Familienabend und am 03.07.2010 der gemeinsame Ausflug an. Ebenso beschlossen habe der Ortschaftsrat, dass man bzgl. der Krautgärten die Nutzung in den Verträgen näher definieren wolle.

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