In der Sitzung des Gemeinderats vom 03.11.2008 wurde durch das Architekturbüro Volker Pfeiffer aus Nürtingen die Entwurfsplanung für die Erweiterung und den Umbau der Grund- und Nachbarschaftshauptschule im Detail vorgetragen und erläutert. Die Anregungen und Ergänzungen aus der Beratung wurden nun in den neuen Plan eingearbeitet und dem Gemeinderat in seiner Sitzung am 16.03.3009 vorgestellt.
Bürgermeister Kopp erklärte: „Die Erweiterungs- und Umbaumaßnahme ist in der Finanzplanung für den Zeitraum 2010 vorgesehen. Die Haushalts- und Finanzplanung zeigt auf, dass die Gemeinde Nellingen ihren Eigenfinanzierungsanteil der Gesamtmaßnahme mit Aufwendungen von 1,5 Mio. Euro selbst erwirtschaften kann. Dem Regierungspräsidium wurde bereits mitgeteilt, dass diese Maßnahme die Voraussetzungen für eine Aufnahme in das Konjunkturprogramm 2009 erfüllt. Die Entwurfsplanung haben wir mit einem Statiker und die Detailplanung mit dem Landratsamt Alb-Donau-Kreis auf Anforderungen im Baurecht, insbesondere in Bezug auf den Brandschutz, abgestimmt. Die Anregungen und Forderungen hieraus sind ebenfalls in die neue Planung eingearbeitet. “
Bezugnehmend auf eine Frage zum Raumbedarf merkte er an: „ Der Raumbedarf ist mit dem Regierungspräsidium abgesprochen. Wir müssen diesen jedoch aufgrund der aktuellen Situation bei den Hauptschulen im Auge behalten und gegebenenfalls nach unten korrigieren. Aufgrund neuer Vorschriften muss in den nächsten Wochen geklärt werden, inwieweit wir die Schule in ihrer jetzigen Konzeption aufrechterhalten können. Das vorliegende Konzept ist auf alle Fälle zukunftsfähig, es bleibt eine gewisse Flexibilität erhalten. Hinzu kommt, dass das Gebäude 40 Jahre alt ist und aufgrund des schlechten Zustands ohnehin von Grund auf saniert werden muss. Bei Zustimmung der vorliegenden Planung durch den Gemeinderat werden wir nun den Bauantrag beim Landratsamt Alb-Donau-Kreis einreichen.“
Der Gemeinderat begrüßte einstimmig die vorgelegte Planung, einzig und allein die Verlegung des Putzmittelraumes im Untergeschoss war ein weiterer Wunsch.
Die Nellinger Ortskernsanierung ist bestens angelaufen. Innerhalb von zweieinhalb Jahren haben Gemeinde und Privatleute 23 Projekte in Angriff genommen. Hierfür gab es einen Zuschuss bis zu 20 Prozent, Abbruchkosten wurden bis zu 40 Prozent gefördert. Allein die privaten Gebäudeeigentümer haben bislang Zuschüsse von insgesamt 189 435 Euro erhalten. „Die tolle Resonanz zeigt uns, dass wir auf dem richtigen Weg sind“, befand Bürgermeister Franko Kopp in der Gemeinderatssitzung am Montagabend. Inzwischen haben auch Bürger ihr Interesse bekundet, deren Gebäude außerhalb des einst festgelegten Sanierungsgebiets liegen. Aus diesem Grund soll nun der komplette alte Ortskern in das Programm mit aufgenommen werden. Das Erweiterungsgebiet umfasst im Wesentlichen den Steingertweg, die Steinbosstraße, die Merklinger Straße und Aicher Straße sowie den gesamten Bereich zwischen der Türkheimer Straße im Norden und der Aicher Straße im Süden. Voraussetzung für die Erweiterung des Sanierungsgebiets ist allerdings, dass der Förderrahmen deutlich aufgestockt wird. Bürgermeister Kopp: „Hoffentlich wird unser Wunsch in Stuttgart erhört.“
Da das Sanierungsgebiet von derzeit zwölf auf 28 Hektar vergrößert werden soll, musste eine so genannte vorbereitende Untersuchung durchgeführt werden. Das Ergebnis teilte nun Diplom-Geograf Siegfried Böck von der Landsiedlung Baden-Württemberg dem Gremium mit. In den vergangenen Monaten haben er und seine Mitarbeiter die Gebäude unter die Lupe genommen und mit den Eigentümern gesprochen. Von den 103 untersuchten Objekten weisen demnach 48 leichte und 21 schwere Mängel auf. Bei vier Gebäuden raten die Experten gar zum Abbruch. Als Modernisierungsmaßnahmen kommen vor allem die Dämmung der Dächer (bei 46 Gebäuden) und der Fassade (53) infrage. Außerdem sind in 26 Gebäuden keine isolierten Fenster eingebaut.
Siegfried Böck hob neben dem Bedarf vor allem das Interesse der Nellinger hervor. So hätten knapp die Hälfte aller Gebäudeeigentümer ihre Mitwirkungsbereitschaft erklärt. „Es ist bemerkenswert, wie die Ortskernsanierung in Nellingen läuft. Eine Ausweitung des Gebiets ist für mich die logische Konsequenz“, befand der Diplom-Geograf. Mit dem erweiterten Sanierungsgebiet konnten nun alle infrage kommenden Interessenten von dem Programm profitieren.
So sahen es auch die Nellinger Gemeinderäte. Doch bevor sie den Beschluss fassen konnten, das Sanierungsgebiet zu erweitern, musste Bürgermeister Kopp die Gemeindeordnung zur Hand nehmen – der Grund: Mehr als die Hälfte der Ratsmitglieder war befangen, weil sie oder Verwandte Grundstücke in dem Gebiet besitzen. Erst ein prüfender Blick in den entsprechenden Paragrafen verschaffte Erleichterung: Die verbliebenen vier Gemeinderäte und der Bürgermeister waren noch beschlussfähig und stimmten denn auch einhellig für die Erweiterung.
Zur weiteren Information:
Für die Nellinger Ortskernsanierung hat das Land ursprünglich Fördergelder in Höhe von 800 000 Euro zur Verfügung gestellt. Um aber alle Projekte finanzieren zu können, bedarf es mehr Geld. Deshalb will die Gemeinde bis zum Ende des Sanierungsprogramms im Jahr 2015 die Zuschüsse auf 1,8 Millionen Euro erhöhen.
Mit freundlicher Genehmigung des Redakteurs der Südwest-Presse Herrn Ralf Heisele veröffentlicht.
- Bürgermeister Kopp gab bekannt, dass sich ein weiterer Gewerbebetrieb auf einer Fläche von 2.600 qm in Nellingen ansiedeln wird. Hierfür ist bereits ein Zuschuss in Höhe von 46.600 Euro zugesagt.
- Zudem darf sich die Gemeinde Nellingen über zwei weitere Zuschüsse freuen. „Mit 140.000 Euro wird die energetische Sanierung der Festhalle und mit 120.000 Euro die Erweiterung der Kleinkindbetreuung bezuschusst.“, so Bürgermeister Kopp.
- Die Ausschreibung des geplanten Bauvorhabens für den Ausbau Aicher Straße, die Erschließung Sattlergässle und den Ausbau Schulplatz mit Schulstraße brachte ein positives Ergebnis. Bürgermeister Kopp erklärte: „Mit den Ausschreibungsergebnissen liegen wir circa 30 bis 40 Prozent unter der Kostenschätzung, dies ist auch begründet in der rechtzeitigen Ausschreibung des Bauvorhabens.“
- Der Gemeinderat nahm das im Kenntnisgabeverfahren eingereichte Baugesuch für die Errichtung eines Einfamilienhauses mit Einliegerwohnung „In den Bierwiesen 6“ zur Kenntnis.